Mittwoch, 4. August 2010

Was bleibt - sind Erinnerungen

Es musste irgendwann der Tag kommen - und da war er, sonnig und wenn mans nicht gewusst hätte, wäre alles wie immer gewesen.

Aber wie immer wars nicht, dass steht denke ich für alle, die da waren und die davon wussten fest:

Das Colosseum Theater in Essen sollte heute seinen letzten Vorhang für eine Ensuit-Musicalproduktion fallen lassen.
Damit war auch das Ende der Spielzeit von "Buddy - die Buddy Holly Story" erreicht.
Aber ganz ohne großen Knall wollten wir das Theater doch nicht verlassen, und der Knall war laut und mit bumms!^

Doch dann kam was, was viele Leute echt getroffen hat, und es war sehr endgültig.

Passend?

Das sollte jeder für sich beantworten, ich fands nicht so gut. Ich fand, man hätte den Mitarbeitern doch lieber mit einem intimen Abschied mehr geholfen und das fand ich im Grunde nur noch Medienwirksam!

Samstag, 27. Februar 2010

Lang ists her!

Es ist fast 3 Monate her, dass ich mich gemeldet habe! Es ist viel passiert, manches Schöne, manches Traurige, manches Tragische, was dramatische Züge bekommt!

Nach dem 8. Dezember war ich, nicht wie angekündigt, einmal bei den Vampire in Oberhausen, nein! Ich habe habe die letzten Chancen genutzt und nun ja...6 Mal wurden es dann im Endeffekt, but all for good reason!
Ich wollte unbedingt noch Sanne Mieloo als Magda sehen (10.1.), Senta noch einmal sehen (17.1.), Matthias Stockinger (Krolock-Dernière), Anne Hoth (Sarah-Dernière) und Jakub Wocial (Herbert, vorletzte Show!!) konnte ich mir natürlich auch nicht entgehen lassen (24.1.) und dann kam der Tag der Dernière, wo ich es mir nicht nehmen lassen hab, die Matinée (die inzwischen als wahre Dernière bezeichnet wird^^) anzusehen, ein toller Riccardo Greco (Alfred), eine tolle Sabrina Auer (Sarah) und eine herzzerreißende Eva Maria Bender (Rebecca) haben mir den Abschied schwer gemacht, aber es war ein würdiger Abschied!

Die Vorstellung am 10.1.2010 war auch in einer weiteren Hinsicht besonders: die Vorstellung begann, doch irgendwas war anders. Die Ouvertüre klang lange nicht so eindrucksvoll, wie sonst, und mitten im Lied ging das Lied an, und es war klar: technischer Fehler! Wir wurden aufgefordert, den Saal zu verlassen. Gesagt getan, der Sound, den ich danach erleben durfte, der hatte es in sich, toll!
Auch die Vorstellung eine Woche später lief nicht so ab, wie ich es mir vorgestellt habe. Auf der Besetzungsliste stand Senta-Sofia Delliponti als Sarah, so stand sie auch auf der Bühne. Sie hörte sich nicht ganz so gut an, hat sehr gedrückt, sie war krank, das hörte man klar durch! Aber zunächst verlief alles normal. So stand Senta oben an ihrem Fenster und beobachtet Koukol, der gerade die roten Stiefel bringt, und so kommt Sarah unten aus der Tür, und ich, Nicole und eine andere Freundin sitzen dort und...irgendwie...sehen sich Senta und Nele schon ähnlich als Sarah...bis mir dann gemerkt haben...die Sarah sieht Nele schon...Moment...das is ja Nele...ich hätte den gesamten Saal umbringen können! So war die Show bis auf den Anfang der eine Woche zuvor fast identisch, was ich nicht so toll fand! Aber gut, Gesundheit geht vor, da kann man nichts machen!

Die Dernièren-Matinée war dann ein ganz besonderes Erlebnis, die beste Show, die ich in Oberhausen gesehen habe. Ein stimmstarke, energetisches Ensemble, das in keinem Punkt zu kritisieren war!
Grandios, und es wurde standesgemäß nach der Show gefeiert, die Stimmung war die gesamte Show über genial, alle wussten, jubelt, es wird das letzte (vorletzte) Mal sein!

Am Anfang des Monats Januar habe ich jedoch noch eine Show gesehen, die mich komplett in ihren Bann gezogen hat - Hairspray in Köln! Diese Show ist direkt zu einer meiner Lieblingsshows geworden, die Cast ist brilliant, die Musik hat ordentlich Wumms und ist natürlich genial! Das Bühnenbild, Kulissen, Kostüme, Requisiten, einfach alles hat gepasst und gestimmt, es war ein unvergesslicher Nachmittag!
Maite Star Kelley als Tracy hat mich voll und ganz überzeugt, sie hat eine so authentische, süße, naive, aber nicht dumme Tracy gespielt, die direkt vom kompletten Publikum geliebt wurde. Gesanglich ganz stark, hat toll getanzt (hätte ich ihr, wenn ich ehrlich bin, so nicht zugetraut) und ihr Schauspiel hat mich voll und ganz überzeugt.
Uwe Ochsenknecht als Edna hat mich ebenfalls überrascht. Er ist Schauspieler, also war es in dem Bereich abzusehen, dass er es kann, aber dass er so singen kann, dass er so eine Stimme hat, damit habe ich als letztes gerechnet!
Der eigentliche Star der Show ist aber eigentlich Jana Stelley als Penny Pingleton! Sie war so quirlig, so eine geniale Stimme und so ein ausgefeiltes, detailreiches und präzises Schauspiel, genial! Man war kontinuierlich auf sie fixiert, sobald sie die Bühne betrat! Toll, toll, toll!
Aber nicht nur sie ist ein Highlight, auch Sarah Schütz als Prudy Pingleton, Sportlehrerin und Gefängniswärterin war absolut genial. Sie kannte ich von Marie Antoinette aus Bremen, aber hier war es ein anderer Humor! Sie war richtig...das kann man kaum beschreiben. Sie ist eine sehr wandlungsfähige Person, ihr Schauspiel hat jedesmal gepasst und dadurch hatte man oft nicht das Gefühl, da steht nun die gleiche Person vor einem.

Ein rundum gelungener Nachmittag, den ich sehr gern wiederholen würde, ich hoffe, ich komme nochmal (oder mehrmals *bet*) nach Köln!


Und dann kam das Ereignis, das für mich wie ein Schlag ins Gesicht war:

Das Colosseum Theater soll nach dem Ende der Spielzeit von "Buddy Holly" im Juli den Spielbetrieb als Ensuithaus einstellen!

Ich konnte und kann es noch immer nicht fassen! Das Haus, das mir vor 9 Jahren das Musical so ans Herz geschweißt hat soll nun nicht mehr der Ort sein, an dem ich tolle Produktionen sehen kann!
Als Begründung wurde angegeben, dass alle Produktionen an diesem Haus, mit Ausnahme von "Elisabeth" (März 2001 bis Juli 2003) sollen nur rote Zahlen eingebracht haben. Das kann ich verstehen und habe ja auch gesehen, dass keine Produktion so wirklich erfolgreich war!
Aber liegt es an Essen? Oder doch eher an den Stücken, die dort gespielt wurden? Elisabeth, ein dramatisches Stück, dass neu war und in Deutschland bis dahin noch nicht gespielt wurde, machte den Anfang, es wurde ein Erfolg. Im Rückblick hätte man das Stück mit Sicherheit noch 1-2 Jahre länger laufen lassen können! Die Auslastung war nie so schlecht, wie es beispielsweise bei "Ich will Spass!" oder "Buddy" in der ANFANGSZEIT (!!!!) war.
"Aida", ebenfalls ein Drama, allerdings im Pop-Gewand. Flop, über 700 Vorstellungen gespielt, eine teure Produktion, allein schon durch das Erwerben der Rechte an diesem Stück. Auch hier hätte man das Stück mindestens noch ein halbes Jahr weiterlaufen lassen können!
Dann wurde man verzweifelter!
"Phantom der Oper", das bereits über 10 Jahre in Hamburg zu sehen war, und auch in Stuttgart schon mit der Auslastung zu kämpfen hatte, wurde als Hoffnungsträger gespielt. Immerhin: klassiche Musik, ein Drama, es ähnelte in diesen Punkten Elisabeth, aber man muss auch sehen, dass das Stück einfach schon ausgelutscht war! Wer das Stück sehen wollte, der fuhr nach Hamburg, vielleicht hat man es sich hier noch einmal angesehen, dann war aber auch Schluss!
Als nächstes kam im Mai 2007 die Hit-Show "Mamma Mia!", welches ZEITGLEICH noch in Hamburg und Stuttgart (bis September 2007) lief. Wie soll eine Produktion dann ein wahrer Erfolg werden? Denn auch ab September war die Essener Produktion nicht die einzige dieser Show: ab Oktober 2007 lief "Mamma Mia!" im Theater am Potsdamer Platz in Berlin. Essen war also keinen ganzen Monat lang der einzige Standort! Ich spare mir an dieser Stelle den blöden Kommentar!
Dann kamen Produktionen, bei denen ich nicht verstehen kann, warum man sich dafür entschied! "Ich will Spas!" und "Buddy" waren vorhersehbare Flops! "Ich will Spass!" musste nach nur 10 Monaten seine Pforten schließen, "Buddy" wird es gleich ergehen!

Was hätte man spielen sollen? Diese Frage ist schwer, aber nur unlösbar, denn man kann doch Muster erkennen, die sich bilden:

-Dramen sind gut!
-Spaß-Shows/Compilation-Shows kommen nicht an
-neue Stoffe sind gern gesehen (das ist aber eher ein allgemeines "Phänomen" ;-))


Das fällt mir gerade "Rebecca" ein, oder "Marie Antoinette", wobei letzteres vielleicht zu speziell wäre! Aber warum hat man die Vampire nicht nach Essen geschickt? Ich bin mir sicher, die wäre dort genauso gut, wenn nicht besser angekommen als in Oberhausen. Neu sind sie nicht, das ist klar, aber dieses Stück ist Kult, und man kennt diesen Kult auch in Essen. Dazu kommt, das Vampire an sich sehr anziehend sind!
Oder warum macht man es nicht wie in Wien? 10 Jahre nach der Premiere könnte man doch "Elisabeth" zurückbringen! Ob es an den großen Erfolg von damals anknüpfen kann, das kann keiner Sagen, aber ich bin mir sicher, es wäre 100%ig erfolgreicher als IWS oder "Buddy"!

Die Stücke sollen nicht abgewertet werden, ich mochte IWS sogar sehr gern, aber es passte nicht nach Essen!

Leider!

Dienstag, 8. Dezember 2009

Ich bin zurück!

Es sind nun 3 Monate vergangen, viel ist passiert, vieles habe ich gesehen und einige hat sich geändert...und ein sehr trauriges Ereignis rückt näher, hier die Kurzübersicht:

11.10.2009, 19:30 Uhr: Anne Hoths Derniere in Oberhausen als Sarah (Ja, sie blieb länger...^^)
23.10.2009, 19:30 Uhr: Chess in Essen mit sehr netter Begleitung, eine tolle Show!
25.10.2009, 14:30 Uhr: Matthias Stockinger und Sabrina Auer in TdV in Oberhausen!
8.11.2009, 14:30 Uhr: Kevin Tarte und SENTA-SOFIA DELLIPONTI in TdV - I love her!
6.12.2009, 14:30 Uhr: Stocki und Senta in TdV und hier wurde mir bewusst, der Tag kommt, wo ich nicht mehr zu TdV gehen kann und ich vermisse die Leute jetzt schon...

2 Termine stehen diese Jahr noch aus, und zwar:
10.12.2009, 19:30 Uhr: Die Chess-Dernière in Essen!
Ende Dezember kommt dann ein erneuter TdV-Besuch, wahrscheinlich meine persönliche Tanz der Vampire - Derniere!

Ich versuche kurzfristige Besuche zu twittern :-)

Montag, 21. September 2009

Und ich dachte, es wäre vorbei

Und ich dachte, dass im Mai das vorerst letzte Mal war, dass es mich zum Ball zieht. Gut, jetzt bin ich schlauer. Anne Küdigte ihre Derniere an, ich meinen Besuch xD. Anne Hoth kenne ich seit Berlin, und obwohl ich Tanz der Vampire bereits aus Hamburg, Stuttgart und Wien zuvor kannte ist sie es, die mich als Sarah am meisten berührt hat und die die Rolle in der gesamten Zeit am häufigstens in den von mir besuchten Vorstellungen gespielt hat (was natürlich absoluter Zufall war...). Ich habe mich also dazu entschlossen, Anne nochmal zu sehen, leider war mir aber auch klar, dass Anne nicht mehr die Sarah spielen würde, ihre Sarah Deniere war am vergangen Samstag! Doch auch im Ensemble konnte ich sie erkennen, auch wenn es ab und zu schwierig war, die doch etwas...zierlichere Person zu entdecken. Naja, sie kam aber beim Finale an mir vorbei, und hat mich direkt angesungen....Anne, ich liebe dich!.
Die Show war aber nicht nur in der Hinsicht besonders. Es war inzwischen mehr als 3 Monate her, dass ich die Vampire besucht habte und meine Eindrücke gestern waren eindringlicher denn ja. Solch eine Intensität hab ich selten...hinbekommen ;-) Ich konnte mich wirklich komplett konzentrieren und meine sonst so üblichen Gedanken ("Achso gehen diese blöden Gleichungen!") waren nicht da.
Ich habe mir lediglich Gedanken gemacht, warum man grundsätzlich falsch sparen muss! Das Orchester, ein gemetztel aus Computern, gespickt von echten Instrumenten. Es klingt leider nicht echt! Ebenfalls ist die Darstellerauswahl nicht die beste, vorneweg, ich liebe die Cast!
Jan Ammann ist denke ich absolut als Glücksgriff zu deklarieren. Nele Liis-Vaiksoo, die nach langer Pause und einer ausführlichen Genesung wieder spielt, ist denke ich auch nicht die schlechteste Partie. Ihr Akzent stört, keine Frage. Ihre Stimme ist relativ quiekig, ebenfalls meine Meinung, aber ihr Schauspiel ist toll. Eine tolle Mimik, die die Zerissenheit Sarahs wirklich toll rüberbringt und eine Körperhaltung, die aufmüpfig, sehnsüchtig und ergeben ist! Das gefällt mir ausgesprochen gut. Krisha Dalke ist für mich so eine Sache. Er ist gut, aber nicht sehr gut. Er ist mittelmaß. Seine Stimme gefällt mir persönlich gut, aber sein Handeln ist für mich zu beliebig. Mal ist er wirklich toll, aber in der anderen Vorstellung ist er wirklich...schlecht. Es gibt bessere Besetzungen (obwohl mich sein Finale sehr gut gefällt).
Stefan Büdenbender und Jerzy Jeske sind beide gut. Sie leben ihre Rollen. Stefan Büdenbender ist sehr konstant gut und Jerzy Jeske ist auch nie wirklich schlecht. Stefan Büdenbender ist mir aber leider zu konstant. Er spielt jede Vorstelllung sehr, sehr ähnlich! Schade, denn ihm traue ich mehr Vielfalt zu. Jerzy hingegen bringt ab und zu auch Variationen mit ein, was es immer aufs neue lustig macht.
Linda Konrad gefällt mir ausgesprochen gut. Sie legt die Rolle genauso an, wie man soll. Sie singt aber immer eine Ecke anders und reagiert oft verschieden. Das ist richtig toll und ich finde, da zeigt sich, wer wirklich noch diesen Thrill hat, die anderen sind ja schon alte Show-Hasen, die sind da abgebrühter!
Heike Schmitz ist als leicht prollige Frau von Chagall, Rebecca eine absolute Granate und hat in jeder Vorstellung die Lacher auf ihrer Seite.
Das wird nur noch von den Lachern bein Florian Fetterle überboten, der als schwuler Sohn des Grafen absolut tuntig daherkommt und es trotzdem sympatisch anlegt.
Der Professor...ich kann nichts zur momentanen Erstbesetzung Christian Stadlhofer sagen, denn ich hatte bisher nur die ehemalige Erstbesetzung Gernot Kranner und die Cover Maciej Salamon und Sven Prüwer hatte, die mir beide besser gefielen als Herr Kranner, der für mich ein bisschen too much war. Sven Prüwer ist mit seiner sehr schrulligen Art vorallem in der Gruft-Szene sehr gut und lustig! Maciej Salamon ist weniger schrullig, was ab und zu langweilig wirkt, aber in der nächsten Szene ist er dann wieder voll da und überzeugt! Sven Prüwer ist allerdings ein bisschen lieber als die anderen!
Das Ensemble ist toll. Auch wenn mir die Tänzer manchmal zu gelangweilt aussehen (vorallem Kym Boyson, die sehr ernst dreinschaut) und die Nightmare-Soli Riccardo Greco und Michel Driesse ein bisschen zu schwach sind (auch wenn Michel wirklich tolle Töne liefert, genau wie Riccardo) gefällt es insgesamt. Vorallem bei Ewigkeit, dem Menuett und dem Finale merkt man ihnen den Spaß an!

Fertig!

Montag, 10. August 2009

Ferien

Die Ferien neigen sich dem Ende entgegen (am 17.8. voraussichtlich der 1. Schultag) und man muss sagen, ich habe manches schöne erlebt, dass ich mir nicht erhoffen konnte!

Angefangen mit einem sehr erfolgreichen Shoppingtrip, der SEHR unerhofft war, da ich eigentlich nur was umtauschen wollte :D

Über einen... Urlaub, den ich im unteren Mittelfeld ansiedeln würde!

Dann kam mein persönliches Highlight, die Derniere von "Ich will Spass!" in Essen, die wirklich grandios war, mit einem sehr spontanen Wiedersehen mit Maren!!!

Dann ein schönes Wochenende in Frankreich, dass mir besser gefallen hat, als angenommen!
Franzosen sind schon komisch...aber total nett!!!

Alles in allem: es waren schöne Ferien, die vielleicht verlängert werde...mal sehen!

Montag, 6. Juli 2009

Abwesenheitsnotiz

...oder wie sich das so schmuckvoll nennt ;-) Bin vom 7.7. bis zum 21.7. in Afrika, das klingt besser als Tunesien^^

Bis dahin
lassts krachen und ich möchte alle Infos haben, die es während meiner Musicalabstinenz gibt, ausfühlichst beschrieben haben ;-)

Sonntag, 5. Juli 2009

"Ich will Spass!", alte Rechtschreibung in neuem Look



So, da heute für mich ein sehr trauriger Tag ist (ich konnte aus Urlaubsgründen leider nicht erneut das Musical "Ich will Spass!" sehen) kommt der Bericht in kürzerer Form, da ja auch weniger "Material" zum schreiben da ist.
Also, ich bin am 31.5.2009 seit langer Zeit mal wieder in Colosseum Theater Essen gegangen, was für mich eines der schönsten Theater Deutschlands darstellt, dass nicht ZU groß ist, aber trotzdem Platz für aufwendige Produktionen hat!



Diesmal sollte es eine Compilationshow sein, denen ich persönlich nicht so positiv eingestellt bin, was keine Abwertung ist, sondern mein persönlicher Geschmack und die Tatsache, das solchte Stücke viel schneller zu arrangieren sind, also komplett selbstgeschriebene Stücke á la Elisabeth, Les Misérables, The Phantom of the Opera oder den 3 Musketieren.

Ich sah an dem Tag die Matinee mit folgender Besetzung:

Cleo - Christina van Leyen
Ritch - Michael Eisenburger
Rosi - Leila Vallio
Flora - Nina Janke
Doris - Melanie Wiegmann
Herbert - Cusch Jung
Falk - Heiko Wolff
Tommie - Michael Ernst

Das Ensemble und die Band sind toll gewesen, auf die werde ich nicht weiter eingehen.

Eigentlich wünsche ich mir für den 1. Besuch die Erstbesetzungen der wirklich wichtigen Rollen, so war ich doch gewissermaßen enttäuscht, als ich dann Christina van Leyen, Nina Janke und Melanie Wiegmann anstatt Romina Langenhan, Claudia Stangl und Sonja Herrmann auf der Besetungsliste stand. Doch sehr gefreut habe ich mich über Leila Vallio und Cusch Jung, die auch von Berichten im Internet, Foren und Freunden her sehr gut seien musste.
Ich saß im Parkett, Reihe 2, Platz 5, rechts, das war aber eigentlich Reihe 1, denn die gab es im Theater nicht!
Die Show fing an und, naja, ich war geteilter Meinung. Die Choreografie des 1. Liedes...ich schweige lieber, das Lied an sich, "Ich will" ist ein Klassiker, wie eigentlich alle anderen Lieder auch ;-) und die Darsteller, ich war quasi direkt verliebt.
Christina van Leyen, eine meiner Zweifelkandidaten, war mir von Anfang an sympathisch und hat wirklich die rebellische Cleo in ihrer Stimme wiedergespiegelt, die ein bisschen was von Bonnie Tayler hatte, was aber eher die Ausläufer einer Heiserkeit waren. Sie hat aber alles sehr souverän gespielt und gesungen, "Rette mich" war wirklich DER Gänsehautmoment der gesamten Show!
Michael Eisenburger hat dem Matcho Ritch die nötige Arroganz gegeben, aber auch die weiche Seite gegenüber sich selbst und Tommie genau richtig dargestellt.
Leila Vallio als Cleos Freundin Rosi ist für mich die Entdeckung des Jahres. Sie intoniert "Skandal im Sperrbezirk" auf eine ungewohnte Weise, die aber Spaß bereitet und absolut das Haus rockt, nicht umsonst hat sie minutenlangen Applaus bekommen. Ihr spiel ist genau richtig, zwischen doof, naiv, liebenswert und hilfsbereit.
Nina Janke als Flora ist mir direkt ins Auge gesprungen. SO stelle ich mir einen Hippie vor. Sie hat wirklich so gut gespielt und gesungen, dass man nicht nur lachen, sondern auch staunen konnte, wenn nicht sogar mit ihr weinen! "99 Luftballons" war wirklich ein sehr emotionaler Moment.
Melanie Wiegmann, die 3 im Bunde meiner Zweifeldamen hat mich als Einzige ein ganz kleines bisschen enttäuscht. Im Vergleich (der natürlich nicht wirklich aussagekräftig seien kann) zur CD ist mir Sonja Herrmann lieber als Doris, da mir Melanie Wiegmann doch ein bisschen zu sehr gekrächst hat. Nun kann ich nicht das Schauspiel von Sonja Herrmann mit Melanie Wiegmanns Spiel, aber das wird für Sonja schwer zu toppen sein, denn das ist eindeutig Melanie Wiegmanns Stärke!
Cusch Jung als Herbert bring alle zum Lachen, egal ob als Minimacho, der seine Frau eher als Arbeitslose anstatt als Hausfrau ansieht, in Unterhose, oder als falschverstandener Ehemann, ER ist immer für einen Lacher gut und singt auch seinen Song "Bruttosozielprodukt" mit der richtigen Portion Komik!
Heiko Wolff als Falk gefiel mir auf der CD gar nicht, hier war er eigentlich auch toll, nur "Aloha hea he" ist einfach nicht mein Lied!
Michael Ernst als Tommie war mir oft zu aufgedreht als dass ich ihm wirklich die Trauer und die Angst vor dem Heim hätte abkaufen können!

Also alle die, die die Chance noch haben es sich anzusehen, sollten es machen, wer nicht hat jetzt ein tolles Stück verpasst, aber es gibt noch viele andere Stücke, die besser sind.