
Am 27.11.2008, 19.4.´09, 3.5.´09 und 17.15.´09 habe ich mir zu guter letzt die Oberhausener Produktion des Klassikers von Roman Polanski zu Gemüte geführt, und man kann sagen, dass sich ein Stück weiterentwickeln kann, auch ohne eine komplett brilliante Cast!
Als kleine Randnotiz ist vielleicht noch zu erwähnen, dass ich Tanz der Vampire schon in Stuttgart, Hamburg, Berlin und nun in Oberhausen gesehen habe, also ein bisschen vergleichen kann! (Ich habe es auch in Wien gesehen, aber ohne nennenswerte Erinnerungen, ausser Steve Barton!!, den ich damals noch nicht wirklich zu schätzen wusste, geschweige denn ÜBERHAUPT wusste, wer da vorn steht!)
Ich also ins Metronom Theater getrudelt. Das Theater ist sehr schon. Durch die Arenaform kann man von, sagen wir vielen Plätzen aus sehr gut sehen. Beim 1. Mal bin ich mit meiner Schwster und meiner Cousine gegangen, Reihe 29, Mittelparkett, ich saß direkt am Gang. Man könnte wegen dem Vampire meinen, Gangplätze wären super, wären sie auch, wenn man nicht so unsäglich weit weggesessen hätte. Das hatte auch zur Folge, dass ich, trotz guter Kenntnisse des Stückes, wirkliche Schockerlebnisse hatte. Ein Koukol, der mindestens 2 Minuten zu früh an mir vorbei kam, eine Sarah, die sich fast aufs Gesicht gelegt hätte und einen Grafen, der mir auch VIEL zu früh gekommen ist! Also an mir vorbei...;-)



Die Cast ist in Oberhausen eine der Besten, die ich je gesehen habe. Jan Ammann als Graf, den ich bei ALLEN meiner Besuche glücklicherweise sehen durfte, ist einfach unglaublich und mein absoluter Favourit in der Rolle (bitte nicht meckern, wie gesagt, Steve Barton habe ich nicht wirklich realisieren können).
Nele Liis-Vaiksoo als Sarah war eine herbe Enttäuschung. Und so schön ihre Stimme auch ist, so nervig ist ihr Akzent. Das geht nicht gegen Ausländer oder Menschen, die Deutsch nicht als ihre Muttersprache haben, sondern lediglich gegen die Besetzungspolitik der Stage Entertainment, die wiedermal Geschick zum Danebengreifen bewiesen haben, denn dass es durchaus auch tolle Sarah in Oberhausen gibt, zeigt Anne Hoth, die ich ausser am 27.11.´08 in jeder Vorstellung gesehen habe. Sie ist eine junge, motivierte Frau, die eine tolle Stimme hat und ihr Schauspiel beherrscht. Sie hat tolle Variationen mit in ihren Gesang integriert und harmonierte super mit...
...Krisha Dalke. Den durfte ich neben Jan Ammann auch jedesmal sehen und mein persönliches Lieblings-"Nie geseh´n" kommt von ihm und Anne Hoth, das speziell am 19.4. besonders schön und harmonisch war. Gernot Kranner als Professor Abronsius ist ein alter Bekannter in dieser Rolle, da er sie bereits bei der Uraufführung in Wien kreierte und auch in Oberhausen eine tolle Figur machte. Sein komödiantisches Talent bewieß der jeden Abend aufs neue (letzte Vorstellung von ihm war am 28.6., er ist aber ab Herbst in Wien erneut in der Rolle zu sehen) und auch der Gesang war nicht schlecht. Doch auch hier hat mir ein Cover besser gefallen, denn Maciej Salamon hat das ganze etwas ruhiger angehen lassen und hatte an den passensten Stellen diese "Ausbrüche" an Schrulligkeit und Wissensdrang, wo man einfach nur lachen musste!
Jerzy Jeske als Chagall war wirklich amüsant, wenn auch manchmal ein bisschen zu nett, was vorallem bei Sarah´s "Rettung" vor dem Grafen im Bad auffiel und bei "Geil zu sein ist komisch" im 2. Akt. Matthias Stockinger, den ich am 19.4. als Chagal sah, hat es ein bisschen fieser und schmieriger dargestellt, was mir auch hier ein ganzes Stück besser gefiel. Rebecca, in der Erstbesetzung gespielt von Heike Wiltrud Schmitz giefiel einfach als draufgängerische Witzsgatting, die um ihre in kürzester Zeit zerbrechende Familie trauert, und natürlich auch um ihren Toten gatten! Hier gefiel mir Heike besser als Janaina Bianchi, die ich am 3.5. gesehen habe, die aber ebenfalls eine tolle Reobecca ist, wo aber auch hier leider der Akzent ein bisschen störend ist!
Florian Fetterle, den ich auch jedesmal gesehen habe, ist und bleibt einfach die "Berufsschwuchtel" schlechthin. Eine tolle Darstellung des schwulen Sohns Herbert, in der ein hohes Potezial an tänzerischen, sängerische und schauspielerischen Fähigkeiten drinsteckt. Er avanciert direkt zum Publikumsliebling und überzeugt vom 1. Auftritt im Finale des 1. Aktes bis hin zum Finale des 2. Aktes!
Und nun zu einer sehr kleinen Rolle, die aber viele Lacher hervorruft und auch direkt Sympathieträger wird: Koukol. Gespielt von Stefan Büdenbender, der bereits in Stuttgart, Hamburg und Berlin der Rolle begeisterte. Als Krüppel mach er wohl die beste Figur, egal ob mit "offenem Kühlschrank" oder mit "3,2,1 Eckstein, alle müssen vertseckt sein", mit ihm kann man lachen. Andras Simonffy macht seine Sache gut, doch vermisste man nachd er bekannten Darstellungs Büdenbender´s viele schöne Ansätze und dadurch verliert er zwar im Vergleich, doch wenn man ihn einzeln betrachtet ist auch er nicht schlecht. Und natürlich muss man auch noch erwähnen, dass ich bei meinem letzten Bersuch 5 (naja eigentlich sogar noch mehr) SEHR nette Frauen kennen gelernt habe, denn es war das 2.. mal, dass ich mir die Show nicht allein ansehen musste. Marije (meine persönliche Lieblingsholänderin, ja Linda de Mol wurde überholt!!!), Heike, Melly, Maren und Tatjana (die letzten beiden mussten leider "draussen" bleibe, da sie die Show erst 2 Wochen später gesehen haben). Mädels, gerne wieder!!!
!!!ACHTUNG!!! alle die die Show noch nicht gesehen haben, ABER noch sehen wollen und werden sollen wissen, dass hier Überraschungsmomente erklärt werden!!!:
In Oberhausen gibt es ein prägnante neue, wirkungsvolle inszenatorische Maßnahme, durch die die Show wirklich gewinnt. So stehen zum Intro des Finale des 1. Aktes die Vampire in einem Halbkreis hinter dem gesamten Publikum und in den Gängen, was sehr bedrückend ist, da man wirklich das Gefühl bekommt, dass man auswegslos gefangen ist, während auf der Bühne der das Schloss des Grafen steht. Die altbekannten Sachen, wie Graf läuft am Ende von "Nie geseh´n" zur Bühne und Koukol ist auch öftersmal im Publikum unterwegs, genau wie die Vampire auf ihrem Weg zum Ball sind auch hier um gesetzt worden.
Alles in Allem kann man mit ruhigem Gewissen sagen, dass auch die 4. Station der Vampire in Deutschland wirklich sehenswert ist. Trotz TEILS schwacher 1st Cast (wer Jan Ammann schwach nennt soll im Fegefeuer landen!) ist es eine ausgewogene Show, die den Compilation Shows trotz, die aber auch nicht alle schlecht sind (dazu Sonntag mehr, denn da folgt der Bericht zum 1. & 2. Mal "Ich Will Spass!" aus Essen!
liebe Grüße
Flo
toller bericht flo^^
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