Montag, 21. September 2009

Und ich dachte, es wäre vorbei

Und ich dachte, dass im Mai das vorerst letzte Mal war, dass es mich zum Ball zieht. Gut, jetzt bin ich schlauer. Anne Küdigte ihre Derniere an, ich meinen Besuch xD. Anne Hoth kenne ich seit Berlin, und obwohl ich Tanz der Vampire bereits aus Hamburg, Stuttgart und Wien zuvor kannte ist sie es, die mich als Sarah am meisten berührt hat und die die Rolle in der gesamten Zeit am häufigstens in den von mir besuchten Vorstellungen gespielt hat (was natürlich absoluter Zufall war...). Ich habe mich also dazu entschlossen, Anne nochmal zu sehen, leider war mir aber auch klar, dass Anne nicht mehr die Sarah spielen würde, ihre Sarah Deniere war am vergangen Samstag! Doch auch im Ensemble konnte ich sie erkennen, auch wenn es ab und zu schwierig war, die doch etwas...zierlichere Person zu entdecken. Naja, sie kam aber beim Finale an mir vorbei, und hat mich direkt angesungen....Anne, ich liebe dich!.
Die Show war aber nicht nur in der Hinsicht besonders. Es war inzwischen mehr als 3 Monate her, dass ich die Vampire besucht habte und meine Eindrücke gestern waren eindringlicher denn ja. Solch eine Intensität hab ich selten...hinbekommen ;-) Ich konnte mich wirklich komplett konzentrieren und meine sonst so üblichen Gedanken ("Achso gehen diese blöden Gleichungen!") waren nicht da.
Ich habe mir lediglich Gedanken gemacht, warum man grundsätzlich falsch sparen muss! Das Orchester, ein gemetztel aus Computern, gespickt von echten Instrumenten. Es klingt leider nicht echt! Ebenfalls ist die Darstellerauswahl nicht die beste, vorneweg, ich liebe die Cast!
Jan Ammann ist denke ich absolut als Glücksgriff zu deklarieren. Nele Liis-Vaiksoo, die nach langer Pause und einer ausführlichen Genesung wieder spielt, ist denke ich auch nicht die schlechteste Partie. Ihr Akzent stört, keine Frage. Ihre Stimme ist relativ quiekig, ebenfalls meine Meinung, aber ihr Schauspiel ist toll. Eine tolle Mimik, die die Zerissenheit Sarahs wirklich toll rüberbringt und eine Körperhaltung, die aufmüpfig, sehnsüchtig und ergeben ist! Das gefällt mir ausgesprochen gut. Krisha Dalke ist für mich so eine Sache. Er ist gut, aber nicht sehr gut. Er ist mittelmaß. Seine Stimme gefällt mir persönlich gut, aber sein Handeln ist für mich zu beliebig. Mal ist er wirklich toll, aber in der anderen Vorstellung ist er wirklich...schlecht. Es gibt bessere Besetzungen (obwohl mich sein Finale sehr gut gefällt).
Stefan Büdenbender und Jerzy Jeske sind beide gut. Sie leben ihre Rollen. Stefan Büdenbender ist sehr konstant gut und Jerzy Jeske ist auch nie wirklich schlecht. Stefan Büdenbender ist mir aber leider zu konstant. Er spielt jede Vorstelllung sehr, sehr ähnlich! Schade, denn ihm traue ich mehr Vielfalt zu. Jerzy hingegen bringt ab und zu auch Variationen mit ein, was es immer aufs neue lustig macht.
Linda Konrad gefällt mir ausgesprochen gut. Sie legt die Rolle genauso an, wie man soll. Sie singt aber immer eine Ecke anders und reagiert oft verschieden. Das ist richtig toll und ich finde, da zeigt sich, wer wirklich noch diesen Thrill hat, die anderen sind ja schon alte Show-Hasen, die sind da abgebrühter!
Heike Schmitz ist als leicht prollige Frau von Chagall, Rebecca eine absolute Granate und hat in jeder Vorstellung die Lacher auf ihrer Seite.
Das wird nur noch von den Lachern bein Florian Fetterle überboten, der als schwuler Sohn des Grafen absolut tuntig daherkommt und es trotzdem sympatisch anlegt.
Der Professor...ich kann nichts zur momentanen Erstbesetzung Christian Stadlhofer sagen, denn ich hatte bisher nur die ehemalige Erstbesetzung Gernot Kranner und die Cover Maciej Salamon und Sven Prüwer hatte, die mir beide besser gefielen als Herr Kranner, der für mich ein bisschen too much war. Sven Prüwer ist mit seiner sehr schrulligen Art vorallem in der Gruft-Szene sehr gut und lustig! Maciej Salamon ist weniger schrullig, was ab und zu langweilig wirkt, aber in der nächsten Szene ist er dann wieder voll da und überzeugt! Sven Prüwer ist allerdings ein bisschen lieber als die anderen!
Das Ensemble ist toll. Auch wenn mir die Tänzer manchmal zu gelangweilt aussehen (vorallem Kym Boyson, die sehr ernst dreinschaut) und die Nightmare-Soli Riccardo Greco und Michel Driesse ein bisschen zu schwach sind (auch wenn Michel wirklich tolle Töne liefert, genau wie Riccardo) gefällt es insgesamt. Vorallem bei Ewigkeit, dem Menuett und dem Finale merkt man ihnen den Spaß an!

Fertig!