Es ist fast 3 Monate her, dass ich mich gemeldet habe! Es ist viel passiert, manches Schöne, manches Traurige, manches Tragische, was dramatische Züge bekommt!
Nach dem 8. Dezember war ich, nicht wie angekündigt, einmal bei den Vampire in Oberhausen, nein! Ich habe habe die letzten Chancen genutzt und nun ja...6 Mal wurden es dann im Endeffekt, but all for good reason!
Ich wollte unbedingt noch Sanne Mieloo als Magda sehen (10.1.), Senta noch einmal sehen (17.1.), Matthias Stockinger (Krolock-Dernière), Anne Hoth (Sarah-Dernière) und Jakub Wocial (Herbert, vorletzte Show!!) konnte ich mir natürlich auch nicht entgehen lassen (24.1.) und dann kam der Tag der Dernière, wo ich es mir nicht nehmen lassen hab, die Matinée (die inzwischen als wahre Dernière bezeichnet wird^^) anzusehen, ein toller Riccardo Greco (Alfred), eine tolle Sabrina Auer (Sarah) und eine herzzerreißende Eva Maria Bender (Rebecca) haben mir den Abschied schwer gemacht, aber es war ein würdiger Abschied!
Die Vorstellung am 10.1.2010 war auch in einer weiteren Hinsicht besonders: die Vorstellung begann, doch irgendwas war anders. Die Ouvertüre klang lange nicht so eindrucksvoll, wie sonst, und mitten im Lied ging das Lied an, und es war klar: technischer Fehler! Wir wurden aufgefordert, den Saal zu verlassen. Gesagt getan, der Sound, den ich danach erleben durfte, der hatte es in sich, toll!
Auch die Vorstellung eine Woche später lief nicht so ab, wie ich es mir vorgestellt habe. Auf der Besetzungsliste stand Senta-Sofia Delliponti als Sarah, so stand sie auch auf der Bühne. Sie hörte sich nicht ganz so gut an, hat sehr gedrückt, sie war krank, das hörte man klar durch! Aber zunächst verlief alles normal. So stand Senta oben an ihrem Fenster und beobachtet Koukol, der gerade die roten Stiefel bringt, und so kommt Sarah unten aus der Tür, und ich, Nicole und eine andere Freundin sitzen dort und...irgendwie...sehen sich Senta und Nele schon ähnlich als Sarah...bis mir dann gemerkt haben...die Sarah sieht Nele schon...Moment...das is ja Nele...ich hätte den gesamten Saal umbringen können! So war die Show bis auf den Anfang der eine Woche zuvor fast identisch, was ich nicht so toll fand! Aber gut, Gesundheit geht vor, da kann man nichts machen!
Die Dernièren-Matinée war dann ein ganz besonderes Erlebnis, die beste Show, die ich in Oberhausen gesehen habe. Ein stimmstarke, energetisches Ensemble, das in keinem Punkt zu kritisieren war!
Grandios, und es wurde standesgemäß nach der Show gefeiert, die Stimmung war die gesamte Show über genial, alle wussten, jubelt, es wird das letzte (vorletzte) Mal sein!
Am Anfang des Monats Januar habe ich jedoch noch eine Show gesehen, die mich komplett in ihren Bann gezogen hat - Hairspray in Köln! Diese Show ist direkt zu einer meiner Lieblingsshows geworden, die Cast ist brilliant, die Musik hat ordentlich Wumms und ist natürlich genial! Das Bühnenbild, Kulissen, Kostüme, Requisiten, einfach alles hat gepasst und gestimmt, es war ein unvergesslicher Nachmittag!
Maite Star Kelley als Tracy hat mich voll und ganz überzeugt, sie hat eine so authentische, süße, naive, aber nicht dumme Tracy gespielt, die direkt vom kompletten Publikum geliebt wurde. Gesanglich ganz stark, hat toll getanzt (hätte ich ihr, wenn ich ehrlich bin, so nicht zugetraut) und ihr Schauspiel hat mich voll und ganz überzeugt.
Uwe Ochsenknecht als Edna hat mich ebenfalls überrascht. Er ist Schauspieler, also war es in dem Bereich abzusehen, dass er es kann, aber dass er so singen kann, dass er so eine Stimme hat, damit habe ich als letztes gerechnet!
Der eigentliche Star der Show ist aber eigentlich Jana Stelley als Penny Pingleton! Sie war so quirlig, so eine geniale Stimme und so ein ausgefeiltes, detailreiches und präzises Schauspiel, genial! Man war kontinuierlich auf sie fixiert, sobald sie die Bühne betrat! Toll, toll, toll!
Aber nicht nur sie ist ein Highlight, auch Sarah Schütz als Prudy Pingleton, Sportlehrerin und Gefängniswärterin war absolut genial. Sie kannte ich von Marie Antoinette aus Bremen, aber hier war es ein anderer Humor! Sie war richtig...das kann man kaum beschreiben. Sie ist eine sehr wandlungsfähige Person, ihr Schauspiel hat jedesmal gepasst und dadurch hatte man oft nicht das Gefühl, da steht nun die gleiche Person vor einem.
Ein rundum gelungener Nachmittag, den ich sehr gern wiederholen würde, ich hoffe, ich komme nochmal (oder mehrmals *bet*) nach Köln!
Und dann kam das Ereignis, das für mich wie ein Schlag ins Gesicht war:
Das Colosseum Theater soll nach dem Ende der Spielzeit von "Buddy Holly" im Juli den Spielbetrieb als Ensuithaus einstellen!
Ich konnte und kann es noch immer nicht fassen! Das Haus, das mir vor 9 Jahren das Musical so ans Herz geschweißt hat soll nun nicht mehr der Ort sein, an dem ich tolle Produktionen sehen kann!
Als Begründung wurde angegeben, dass alle Produktionen an diesem Haus, mit Ausnahme von "Elisabeth" (März 2001 bis Juli 2003) sollen nur rote Zahlen eingebracht haben. Das kann ich verstehen und habe ja auch gesehen, dass keine Produktion so wirklich erfolgreich war!
Aber liegt es an Essen? Oder doch eher an den Stücken, die dort gespielt wurden? Elisabeth, ein dramatisches Stück, dass neu war und in Deutschland bis dahin noch nicht gespielt wurde, machte den Anfang, es wurde ein Erfolg. Im Rückblick hätte man das Stück mit Sicherheit noch 1-2 Jahre länger laufen lassen können! Die Auslastung war nie so schlecht, wie es beispielsweise bei "Ich will Spass!" oder "Buddy" in der ANFANGSZEIT (!!!!) war.
"Aida", ebenfalls ein Drama, allerdings im Pop-Gewand. Flop, über 700 Vorstellungen gespielt, eine teure Produktion, allein schon durch das Erwerben der Rechte an diesem Stück. Auch hier hätte man das Stück mindestens noch ein halbes Jahr weiterlaufen lassen können!
Dann wurde man verzweifelter!
"Phantom der Oper", das bereits über 10 Jahre in Hamburg zu sehen war, und auch in Stuttgart schon mit der Auslastung zu kämpfen hatte, wurde als Hoffnungsträger gespielt. Immerhin: klassiche Musik, ein Drama, es ähnelte in diesen Punkten Elisabeth, aber man muss auch sehen, dass das Stück einfach schon ausgelutscht war! Wer das Stück sehen wollte, der fuhr nach Hamburg, vielleicht hat man es sich hier noch einmal angesehen, dann war aber auch Schluss!
Als nächstes kam im Mai 2007 die Hit-Show "Mamma Mia!", welches ZEITGLEICH noch in Hamburg und Stuttgart (bis September 2007) lief. Wie soll eine Produktion dann ein wahrer Erfolg werden? Denn auch ab September war die Essener Produktion nicht die einzige dieser Show: ab Oktober 2007 lief "Mamma Mia!" im Theater am Potsdamer Platz in Berlin. Essen war also keinen ganzen Monat lang der einzige Standort! Ich spare mir an dieser Stelle den blöden Kommentar!
Dann kamen Produktionen, bei denen ich nicht verstehen kann, warum man sich dafür entschied! "Ich will Spas!" und "Buddy" waren vorhersehbare Flops! "Ich will Spass!" musste nach nur 10 Monaten seine Pforten schließen, "Buddy" wird es gleich ergehen!
Was hätte man spielen sollen? Diese Frage ist schwer, aber nur unlösbar, denn man kann doch Muster erkennen, die sich bilden:
-Dramen sind gut!
-Spaß-Shows/Compilation-Shows kommen nicht an
-neue Stoffe sind gern gesehen (das ist aber eher ein allgemeines "Phänomen" ;-))
Das fällt mir gerade "Rebecca" ein, oder "Marie Antoinette", wobei letzteres vielleicht zu speziell wäre! Aber warum hat man die Vampire nicht nach Essen geschickt? Ich bin mir sicher, die wäre dort genauso gut, wenn nicht besser angekommen als in Oberhausen. Neu sind sie nicht, das ist klar, aber dieses Stück ist Kult, und man kennt diesen Kult auch in Essen. Dazu kommt, das Vampire an sich sehr anziehend sind!
Oder warum macht man es nicht wie in Wien? 10 Jahre nach der Premiere könnte man doch "Elisabeth" zurückbringen! Ob es an den großen Erfolg von damals anknüpfen kann, das kann keiner Sagen, aber ich bin mir sicher, es wäre 100%ig erfolgreicher als IWS oder "Buddy"!
Die Stücke sollen nicht abgewertet werden, ich mochte IWS sogar sehr gern, aber es passte nicht nach Essen!
Leider!